Krieger- und Kaiserdenkmal

Krieger- und Kaiserdenkmal zu Lebus

Vor den Augen der Lebuser und ihrer Gäste erhebt sich, vom Standpunkt des Amtsgartens aus, hoch über der Stadt das Krieger– und Kaiserdenkmal. Dieses Denkmal wurde den in den drei Kriegen 1864 deutsch-dänischer Krieg, 1866 preußisch-österreichischer Krieg und 1870/71 deutsch-französischer Krieg gefallenen Lebusern gewidmet, auch um Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Friedrich III. zu ehren, und ist heute Teil unserer Stadtgeschichte.

Mit der Umsetzung des Projektes „Das Krieger- und Kaiserdenkmal zu Lebus“, wurde der eigens dafür 1875 gegründete Landwehr- und Kriegerverein beauftragt. Um die Mittel für den Bau zu beschaffen, griff man recht tief in die Vereinskasse, organisierte freiwillige Sammlungen und „Hauskollekten“ in Lebus, der Ortschaft Wüste Kunersdorf, Neu-Lebus, Wuhden, Klessin. Eine namhafte Summe spendete auch der Lebuser Domänenpächter und königliche Hauptmann a.D. Heinrich von Gansauge, der auch das benötigte Areal auf dem "Berggarten" zur Verfügung stellte. Der Bau des Denkmals wurde dem Frankfurter Steinmetzmeister Carl Schulz übertragen und kostete ohne Fundament nicht mehr als 1.686 Mark. Am 18. August 1895 fand eine pompöse Einweihung des Monuments statt. Bis 1918 wurde nun jedes Jahr am 2. September, dem Sedantag, einem der wichtigsten Staatsfeiertage im kaiserlichen Deutschland, die jährliche Sieges- und Gedenkfeier durchgeführt.

 

 

Das Denkmal bestand aus dem Sockel mit drei rings herumführenden Stufen;das Postament - auf vier Seiten wurden eine Widmung und die Namen der gefallenen Söhne von Lebus eingemeißelt (auch heute noch zu erkennen und lesbar);
dem Obelisk, an dessen Seiten ein Lorbeerkranz, das eiserne Kreuz und links und rechts Bronze-Reliefs der Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. angebracht wurden (diese Intarsien sind heute nicht mehr vorhanden);
darauf der Adler aus Bronzeguss (heute vollplastischer Adler mit einer Flügelspannweite von 75 cm).

In der Zeit zwischen 1919 und 1945 verlor mit dem Sedantag auch das Denkmal an Beachtung und Bedeutung. Gedenkveranstaltungen fanden bis 1945 meist am "Weltkriegsdenkmal 1914-1918" statt. Nachdem 1945 das Denkmal bei den Kämpfen  beschädigt und der Adler entwendet worden war, verfiel das Denkmal immer mehr, geriet in Vergessenheit und verschwand allmählich hinter dem Laub großer Robinien. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 und der veränderten Sichtweise zur Geschichte bekam auch das Denkmal wieder neue Beachtung. So gehörte die Wiederherstellung des Denkmals zu den Gründungszielen des Heimatvereins Lebus e.V.. Von 2002 bis 2005 sanierte der Heimatverein Lebus e.V. das Umfeld und das Denkmal selbst. Die Sanierung der gärtnerischen Anlage und die Terrain-Regulierungen übernahm die Stadt Lebus. So kann heute das Krieger- und Kaiserdenkmal auf dem Plateau des Turnberges, hinter der Lebuser Burgschule, wieder aus der Nähe besichtigt werden. Vom Lebuser Amtsgarten aus führen Holzstufen direkt zum Denkmal.